Qualität seit 1931

Firma Meusel Schornsteinfegerbekleidung – Historie

Im 17. Jahrhundert bildete sich in Deutschland eine Gerberzunft, die sich vor allem an Flüssen ansiedelte. So wurde Mülheim an der Ruhr, mit seinen vielen Zuflüssen ein Zentrum des deutschen Gerberhandwerks, ebenso wie der schwäbische Raum zwischen Stuttgart und Backnang.
Einen Aufschwung nahm die Gerberei im 19. Jahrhundert, als die Zunftschranken dieses Gewerbes fielen. In den zwanziger Jahren stand das Gerberhandwerk in der Blütezeit. 61.000 Mitarbeiter wurden in Deutschland in 2.700 Betrieben beschäftigt.

Der Rückgang der Gerberindustrie in Deutschland begann nach dem Rekordjahr 1927 mit Beginn der Weltwirtschaftskrise und der ständigen Verbesserung der Gerb-Technik, denn hierdurch wurden Arbeiter eingespart und Arbeitsplätze gingen verloren.

Nichts desto trotz gründete G. Meusel im Jahre 1931 die Firma GEORG MEUSEL in Lichtenfels am Marktplatz 30 und befasste sich zunächst mit der Herstellung von Lederbekleidung. Er stellte Arbeitsbekleidung für die Polizei her, aber auch für den Privatverkauf, hauptsächlich Ledermäntel und -Jacken.
Die kurze Lederhose, die Wichs oder die Seppelhose, wurde 1924 bei einem Empfang von Papst Pius XI. einer Chiemgauer Männerabordnung in ihrer Gebirgskluft erstmals bei einer Audienz zugelassen und somit "salonfähig". Die Nationalsozialisten versuchten, die Lederhose vom alpenländischen Regionalbezug zu lösen und machten sie 1936 zu einer gesamtdeutschen Nationaltracht für männliche Jugendliche. Daraufhin fing auch Georg Meusel an Seppelhosen zu produzieren.







 
Nach Beendigung der Weltwirtschaftskrise 1939 und dem damit beginnenden Aufschwung begann auch die Massenproduktion von Leder. Zudem wurde die Chemieindustrie gefördert, man benötigte trotz Massenproduktion mehr Leder als produziert werden konnte. Auf Grund dessen erfand man Kunststoffe, die als Ersatz dienten für Sitzpolster in Kraftfahrzeugen und Schienenverkehrsmitteln, jedoch noch nicht in Bekleidungen. Diesen Ersatz-Kunststoff bezeichnete man in Deutschland gebräuchlich bis heute als „Kunstleder“.
Zu dieser Zeit war Deutschland in der Chemietechnik führend.

Während des Zweiten Weltkrieges 1939 bis 1945 wurde die Firma Georg Meusel zu Rüstungsaufträgen herangezogen und produzierte hauptsächlich Ledermäntel für die Wehrmacht. Je nach Offiziersgrad wurden diese mit Stofffutter oder Seidenimitat und echter roter Seide ausgestattet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 wurde festgestellt, dass sich das vom Wirtschaftsamt zur Verfügung gestellte Material in Leder und Textilstoff nach schwarzer Einfärbung, in Kombination, auch für Arbeitsbekleidung der Schornsteinfeger eignete. Somit wurden auch solche Aufträge auf Bezugsschein-Basis ausgeliefert.

Mit der Währungsreform im Juni 1948 kam die Textil- und Lederbranche wieder richtig in Schwung  und die Bewirtschaftung wurde aufgehoben, sodass es möglich war mit den einzelnen Kaminkehrer-Innungen Kontakt aufzunehmen



 
Nachdem dies gut funktionierte, wurde ca. 1955 beschlossen sich nach und nach auf die Herstellung von Schornsteinfegerbekleidung zu spezialisieren. Das Sortiment und der Kundenstamm wurden daraufhin immer größer.

Mit der Vergrößerung der Firma Georg Meusel ging auch ein Umzug in ein neuerrichtetes Gebäude in der Viktor-von-Scheffel-Str. 18 einher. Der Neubau konnte 1949 bezogen werden. Die Geschäfte liefen kontinuierlich sehr gut.

Nach dem Ableben von Georg Meusel im Jahre 1971 ging der Besitz an dessen Nichte Elfriede Vetter über, die dem seit 1947 bei der Firma beschäftigten Geschäftsführer Karl Rübensaal Prokura erteilte. Durch die Aufnahme von Spezialwerkzeug in das Verkaufssortiment konnte der Betrieb seinen Umsatz erhöhen.
Ende der 70er Jahre wurden hohe Umweltauflagen hierzulande beschlossen. Diese enthielten, dass jede Gerberei eine eigene Kläranlage benötigte. Dies wurde für viele Gerbereien zu einem gravierenden Problem, da die meisten in Innenstädten angesiedelt waren. Durch diese Problematik kamen ausländische Gerbereien stärker zum Zug. Ein Niedergang der Deutschen Gerberindustrie war dadurch vorprogrammiert und viele mussten ihren Betrieb schließen. Die Bekleidungs- und Schuhindustrie musste sich von nun an europa- bzw. weltweit versorgen.

1991 hat Richard Partosch die Firma Georg Meusel Lichtenfels übernommen. Zu dieser Zeit hatte die Firma 5200 Schornsteinfeger als Stammkunden. Durch Partosch wurde die Firma mit damaliger modernster Technik ausgestattet. Sein Sohn Mischa (Firma Computer und Arts) bediente seinerzeit Fraktur und Buchhaltung elektronisch. Was gut begann endete desaströs. Richard Partosch setzte die gut laufende Firma Georg Meusel in den Sand und damit musste Insolvenz angemeldet werden.

1993 erklärte sich, der Lederfachspezialist und Lieferant der Firma Georg Meusel, Stephan Kerkhoff bereit die Firma aus der Insolvenz zu holen. Somit übernahm er am 01.01.1994 mit seiner Frau Monika Kerkhoff, die in den ersten Jahren als Inhaberin fungierte, den Betrieb und schaffte es den Qualitätsstandard wieder anzuheben und den Kundenstamm wieder aufzubauen. Dieser beträgt heute im Jahre 2018 ca. 12.000 Kunden.


Stephan Kerkhoff leitet das heutige Unternehmen „Stephan Kerkhoff Meusel Schornsteinfegerbekleidung“ mit seiner Frau Monika nun schon seit 24 Jahren. 2019 werden sie ihr 25. Jubiläum feiern und wir hoffen, dass viele zufriedene Schornsteinfegerkunden dieses mit ihm und dem Team-Meusel ordentlich feiern werden.